Christus, der Meister

Goethe war nicht nur ein großer Dichter, der in seinen Werken ewig gültige Wahrheiten offenbarte. Er war auch ein Seher, der die ungeheuren Gefahren voraussah, in die sich die Menschheit begeben würde. Sein „Zauberlehrling“ zeigt uns anschaulich, welche tödlichen Folgen wir erleiden werden, wenn wir die fast unbegrenzten Möglichkeiten, die uns Wissenschaft, Technik und Industrie ermöglichten, in die Hände von unreifen Lehrlingen legen. Sie werden falsche Ziele verfolgen, und ihr egoistisches Denken und Handeln wird uns in den Abgrund treiben. Goethe legt uns in seinem Gedicht den Ruf nach dem Meister ans Herz. Die Meister aller Zeiten und Zonen lehrten und lebten den Weg des Herzens und des Gewissens, den Weg der Liebe. Einer der ganz großen Meister war Christus.

Napoleon war ein erfolgreicher weltlicher Feldherr. Aber auch er, der so hochmütig seine Macht missbrauchte, musste am Ende bekennen, dass nicht er und all die anderen „Krieger“ die großen Sieger der Geschichte waren, sondern allein Christus! Möge diese Demut alle Mächtigen unserer Zeit überzeugen, sich für das Wohl der Menschheit einzusetzen. Diejenigen, die ihr Amt missbrauchen, sollten ihre Kurzsichtigkeit einsehen, denn sie werden früher oder später das ernten, was sie säten und das erleiden, was sie ihren Mitmenschen angetan haben. Das ist ein Gesetz, dem niemand entrinnen kann.

„Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen!“ Haben wir und viele andere Völker die Kriegsverbrechen nicht teuer bezahlen müssen? In Webers „Freischütz“ mahnt der Eremit: „Wer wirft auf ihn den ersten Stein?“ Die Politiker der Welt haben sich angewöhnt, ständig Steine auf alle anderen zu werfen, nur nicht auf sich selbst. Überall herrscht Krieg, der mit den merkwürdigsten „Begründungen“ angezettelt wird. Auch unsere Regierung beteiligt sich „indirekt“ daran, indem sie für Milliarden Waffen liefert. All das, was in den letzten Jahren seit der Corona Krise passierte, ist empörend und leitet unseren Untergang ein. Es lässt viele von uns nicht mehr schlafen, treibt sie in den Ruin. Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte schon vor Jahren: „Wir dürfen die Dummheit unserer Politiker nicht unterschätzen!“ Für die Leser, die sich dafür interessieren, was so alles passiert, aber verschwiegen wird, möchte ich auf die Bücher vom Kopp-Verlag hinweisen.

Nun habe ich Sie mit meinen Ausführungen wahrscheinlich etwas durcheinander gebracht. Doch ich musste dies alles sagen, denn mein Motiv für das Schreiben ist die Liebe zu meinen Mitmenschen. Ich sehe mich bildlich gesprochen in der Situation, Menschen, die sich müde in Eis und Schnee niederlegen, um Kraft zu tanken und nicht wissen, dass ihr Verhalten Selbstmord bedeutet, aufzuwecken und wieder ins Leben zu führen. Und dafür habe ich gerade jetzt zur Weihnachtszeit eine frohe Botschaft. Ich möchte Ihnen einen der größten Gottessöhne vorstellen, der unsere Not wenden kann. Er ist ein idealer Meister für unsere chaotische Zeit. Das, was ich Ihnen über Christus erzählen möchte, hat nichts mit dem zu tun, was man in der Kirche hört.

Christus stellte durch seine starke Verbindung zu seinem Vater eine unbesiegbare Kraft dar, damals wie heute. „Ich und der Vater sind eins“, verkündigte er. Und wer mit Gott geht, wird immer siegen, wer gegen Gott kämpft, wird verlieren. David schien keine Aussicht auf Erfolg gegen den weitaus überlegenen Goliath zu haben, aber da er sich mit Gott verband, siegte er. Wenn wir aus unserer modern gewordenen Gottentfremdung wieder heimkehren würden wie einst der verlorene Sohn, wären wir unbesiegbar!

Die  Kirche hat uns seit Anbeginn ein vollkommen falsches Selbstbild eingebrannt, indem sie uns ständig Sünder nannte. Doch Christi schönstes Weihnachtsgeschenk ist ein konträres, ein göttliches Selbstbild. Im Johannesevangelium (Kap. 14, 11-12) sagt uns Jesus: „Nicht ich tue die Werke, sondern der Vater tut die Werke durch mich, und ihr könnt dieselben Werke tun wie ich und sogar noch größere…“ Die Verfluchung des Menschen durch die Kirche hat in unserer gesamten Geschichte einen fatalen Schaden angerichtet. Johannes Fernando Finck, ein wunderbarer Christusmensch, schrieb: „Der Unterschied zwischen Mensch und Mensch liegt im Vorhandensein oder Nichtvorhandensein des Selbstvertrauens. Wer nicht auf sich vertraut, ist ein Atheist, denn Selbstvertrauen ist im Grunde nur ein Ausfluss des Gottvertrauens.“ Die Kirche hat nicht nur Gott verraten, wie ein gleichnamiges Buch heißt, sondern auch uns Menschen, Gottes geliebte Kinder.

Große Künstler haben die oben genannte Bibelstelle als die Quelle ihrer Kreativität bezeichnet. Jeder von uns hat eine gewisse Genialität und kann damit die Welt bereichern, wenn er Christi Selbstbild praktiziert. Christus hat die gierigen Händler aus dem Tempel hinausgeworfen. Er würde uns heute raten, unfähige Politiker durch fähige zu ersetzen. Schließlich haben wir ja die Möglichkeit, kompetente zu wählen. Doch auch hier werden oft wieder falsche Ratschläge gegeben. Die Regierung, die wir heute haben und die von Fachleuten als die schlechteste Regierung aller Zeiten eingestuft wird, würde Christus in jedem Fall auswechseln. Wir können doch nicht zulassen, dass ein paar Unfähige Millionen anderen Menschen Schaden zufügen!

Mit dem oben von Christus genannten Selbstbild können wir alle unsere Probleme lösen. Leider hat uns nicht nur die Kirche klein geredet. Auch unsere Erziehung und Ausbildung lehrt uns meist strengen Gehorsam und verteilt entsprechend Lob und Tadel. Christus rät uns: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Denn „er wusste wohl, was im Menschen war“. Wer sich nicht nur im Äußeren verliert, sondern auch den notwendigen inneren Weg beschreitet, hört Gottes Stimme tief in sich, vernimmt sie in seinem Herzen und seiner Seele. Ein schönes Bibelwort weist uns dorthin: „Wenn ihr umkehrtet und stille würdet, so würde euch geholfen.“ Wir müssen uns dazu erziehen, dem äußeren, laut tönenden Lärm zu entkommen und die leise innere Stimme zu vernehmen.

In einer Zeit, in der Hass und Krieg das Haupt erheben, lehrt und lebt Christus die Liebe. Mit modernen Worten können wir sie das „Nachhaltigste“ nennen, die stärkste Kraft. Gott ist Liebe, und wenn wir wieder den Weg des Herzens und der Liebe wählen, gehen wir mit Gott, mit seiner Kraft und mit seinem Schutz und sind dadurch erfolgreich und unbesiegbar.

Die Liebe als oberstes Gebot gebietet: „Du sollst nicht töten.“ Und das bezog Christus auf alle Wesen. Das Bild, das uns hier die Kirche gab, sozusagen Christus als „das Lämmlein essende Vorbild“ darstellte, ist völlig falsch. „Was ihr tatet einem meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan.“ Damit meinte Christus auch die Tiere. Wenn wir ins Internet schauen, lesen wir, dass Christus Veganer war. Das kann man auch im Ur-Evangelium der Essener nachlesen. Er aß das, was der Arzt Dr. Rüdiger Dahlke „Peace Food“ nennt. So heißt auch sein Buch über gesunde Lebensführung und Ernährung. Fleisch ist nicht „ein Stück Lebenskraft“, sondern schädlich für uns Menschen, da wir keine Drüsen zur Zerstörung von Fäulnisbakterien haben wie die Raubtiere. Tolstoi sagte in weiser Voraussicht: „Solange es Schlachthäuser gibt, so lange gibt es Schlachtfelder.“ Was der Mensch heute den Tieren unter dem Namen „Tierwohl“ antut, ist Horror und wird sich rächen.

Ich freue mich, dass heute gerade viele Jugendliche Vegetarier und auch immer mehr Veganer werden. Das ist ein wesentlicher Schritt zur Gesundung und ein großer Schritt zum Thema Einheit, die eines Tages jeden Krieg unmöglich machen wird. Og Mandino, der Verfasser vieler Bestseller, schrieb: „Gute Gewohnheiten sind der Schlüssel zum Erfolg, schlechte Gewohnheiten sind offene Türen zum Misslingen.“ Deshalb ist es an der Zeit, schlechte Gewohnheiten durch gute zu ersetzen.

Und schließlich gibt es noch ein weiteres Geschenk Christi zu Weihnachten an uns: die Lehre von der Wiedergeburt. Das bedeutet, dass wir immer wieder geboren werden, solange bis wir vollkommen sind wie Gott, unser Vater. Christus wusste davon und bezog sie in seine Lehre mit ein. Leider hat nun die Kirche auch hier wieder ein teuflisches Spiel getrieben, indem sie in Übereinkunft mit dem Staat im Konzil von Nicäa (325 n. Chr.) diese Lehre aus der Bibel strich. Das hatte all die Jahrhunderte bis in unsere Zeit schlimmste Folgen. Menschen, die wüssten, dass mit dem körperlichen Tod nicht ihr seelisches Leben ausgelöscht wird, würden sich anders, verantwortungsvoller benehmen. Ihnen wäre nämlich bewusst, dass sie die Folgen für ihre Verstöße gegen die Liebe in weiteren Leben „bezahlen“ müssten. Doch die Kirche versprach, dass die „Sünder“ sich durch Ablasszahlungen oder ein paar Gebete von ihren Verbrechen frei kaufen könnten. Gott macht da sicher nicht mit. Und den Milliardären unserer Zeit, die sich einbilden, gottgleich über Leben und Tod herrschen zu können, wird es ebenso wenig gelingen. Früher oder später wird sie ihr Karma in die Knie zwingen und Demut lehren. Menschliche Gerechtigkeit ist höchst korrupt, während man göttliche Gerechtigkeit nicht kaufen kann, sondern sich verdienen muss.

Es lohnt sich also in jedem Fall, ein ehrbares Leben zu führen. „Gutes tun, damit es in der Welt sei“, wie es Marie von Ebner-Eschenbach so schön ausdrückt, denn alles Gute oder Schlechte wird uns immer wieder wie ein Bumerang treffen. Die ganze Weltgeschichte liefert uns unendlich viele Beweise für diese Wahrheit.

Wenn wir Christi Lehre und sein Beispiel immer mehr befolgen, wird es noch eine Rettung für uns Menschen und für unseren Planeten geben. Albert Einstein sagte uns vor Jahrzehnten, dass die Welt noch gerettet werden könnte, wenn nur zwei Prozent aller Menschen vernünftig werden würden. Ich glaube fest daran.

Nehmen wir uns alle für das neue Jahr das Wort unseres Meisters Jesu Christi vor, der uns ans Herz legte: „Bleibet ihr in der Liebe, so bleibet ihr in Gott.“ Machen wir dann noch den Quantensprung und leben in Gott, so wie Christus sagte: „In ihm leben wir und bewegen wir uns.“ Dann kann ein alles vernichtender Atomkrieg vermieden werden, denn nicht in den Atombomben liegt die Gefahr, sondern in unserem Ego. Christus hat uns gelehrt, wie man dieses Ego beherrschen kann. Und deswegen nehmen wir ihn als den Meister an, nach dem Goethe in seinem „Zauberlehrling“ ruft.

Ich wünsche allen meinen lieben Leserinnen und Lesern eine frohe Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr mit viel Liebe.

Herzlichst,

Ihr Peter K. Keller


Institut für Persönlichkeitsentfaltung

Peter K. Keller

Michel-Marti-Str. 17

88427 Bad Schussenried

Tel. 07583 / 4413

E-Mail: pk.keller@t-online.de

www.peterklauskeller.de

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